Indikationsabhängige Erstattungsfähigkeit
Seit Juli 2022 ist die podologische Orthonyxie-Behandlung des Unguis incarnatus (eingewachsener Nagel) auf Heilmittel-Verordnung möglich.
Die Voraussetzungen dabei: Anwendung dürfen nur Spangenarten finden, die als Medizinprodukt mit einer CE-Kennzeichnung ausgewiesen sind. Zudem muss der Befund den Diagnosegruppen Ul1 und Ul2 des Heilmittel-Kataloges entsprechen.

UI1:
- Hierunter fällt der Unguis incarnatus im Stadium 1, also ein Befund, bei dem der Nagel nur leicht eingewachsen ist. Zwar können dabei schon leichtere Schmerzen und eine leichte Rötung auftreten, aber eine Gewebeveränderung mit oder ohne Sekretbildung fehlt.
- Insgesamt dürfen hier acht Behandlungseinheiten mit einem einteiligen Spangensystem wie der NASPAN® Platinium Nagelspange durchgeführt werden. Diese erste selbstregulierende Orthonyxie-Spange ist für alle Nagelstärken und -größen komplett vorgefertigt, einfach anzuwenden und besonders wirtschaftlich.
UI2:
- Zu dieser Gruppe zählen eingewachsene Nägel des Stadiums 2 und 3. Das heißt, der Nagel ist stark eingewachsen, das Gewebe akut oder – im fortgeschrittenen Verlauf – chronisch entzündet. Außerdem kann sich Eiter zeigen oder nässendes Granulationsgewebe gebildet haben.
- Zur Behandlung dürfen hier sowohl einteilige als auch mehrteilige Spangen zum Einsatz kommen, wie beispielsweise die VHO-Spange oder die GTO-Spange. Diese dreiteiligen Verdrillungssysteme sind in ihrer Zug- und Hebelkraft individuell justierbar. Sie eignen sich besonders auch bei Nagelwachstumsstörungen wie einer Onychogrypose oder im Fall einer Psoriasis oder chronischen Polyarthritis. Ebenfalls empfehlenswert sind diese Spangen bei erhöhter Schmerzempfindlichkeit.
Dokumentationsbögen
Der Dokumentationsbogen bietet Ihnen die Möglichkeit, die von Ihnen durchgeführte Behandlung, Wundstadien aber auch Therapieverläufe professionell zu erfassen. Die zugeschnittene Karte kann mit den wichtigsten Hinweisen zur Behandlung ausgefüllt werden, sodass alle Daten und Bilder zuordnungsfähig sind. Der Verlauf und die Ergebnisse der Behandlung sind so miteinander für Sie und auch Ihren Patienten vergleichbar und sichtbar.


